Am 23.09.2005 fand eine groß angelegte Alarmübung am Eisenbahntunnel zwischen Waldsolms-Hasselborn und Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) statt.

Es galt 30 "Verletzte" aus einem Taunusbahnzug im Tunnel zu retten und einen Schwelbrand zu bekämpfen.

Eingesetzt waren:
aus dem Lahn-Dill-Kreis:
Feuerwehren der Gemeinde Waldsolms (Brandoberndorf, Griedelbach, Kraftsolms, Hasselborn, Kröffelbach, Weiperfelden)
FF Braunfels
FF Schöffengrund-Schwalbach
FF Hüttenberg
FF Haiger
FF Herborn

aus dem Hochtaunuskreis:
Feuerwehren der Gemeinde Grävenwiesbach (Grävenwiesbach, Mönstadt, Naunstadt, Hundstadt, Laubach, Heinzenberg)
FF Usingen                                                                   
FF Bad Homburg                                                               
FF Kronberg
FF Oberursel
                 
sowie:
je Landkreis 4 Rettungswagen, 2 Notärzte                                                     
Schnelleinsatzgruppen vom DRK und MHD                                                         
Multifunktionseinheit vom MHD
THW                                                                                                                          
 

Copyright für alle Bilder und Videos: G. Döpp - Danke                                                                                                  (Video ca. 6,5MB)


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Artikel aus der Wetzlarer Neue Zeitung, von Sonntag, dem 25.08.2005:

30 Fahrgäste "evakuiert"

Großübung der Feuerwehr im Eisenbahntunnel Hasselborn

von Hans-Werner Homberg
Waldsolms/Wetzlar. Die Feuerwehren des Lahn-Dill-Kreises und des Hochtaunuskreises haben sich bei einer Großübung im und am Eisenbahntunnel der Taunusbahstrecke Grävenwiesbach-Hasselborn bewährt.

"Hoffentlich ist nicht Schlimmes passiert?" "Es wird doch kein Flugzeug abgestürzt sein?" Diese oder ähnliche Gedanken machten sich viele Bürger am frühen Freitagabend angesichts einer Armada von Einsatzfahrzeugen von Feuerwehr, DRK, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk. Mit Martinshorn und zuckenden Blaulichtern bahnten sie sich lautstark ihren Weg durch die beschaulichen Dörfer zum "Einsatzort". Zum Glück gab es keinen echten Einsatz, es war "nur" eine groß angelegte und mehrstündige Übung der Rettungsdienste beider Landkreise.
  Die angenommene Lage: Durch einen technischen Defekt an einem Treibwagen der "Taunusbahn" war es mitten im 1300m langen Tunnel zwischen dem Waldsolmser Ortsteil Hasselborn und Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) zu einem Brand gekommen. Der Zug, in dem 30 Fahrgäste waren, konnte aufgrund dieses Brandes nicht mehr eigenständig aus dem Tunnel herausfahren.
Die Leitstelle im Hochtaunuskreis alarmierte die Wehren der Gemeinde Grävenwiesbach sowie aus Usingen, Bad Homburg, Oberursel und Kronberg.
Außerdem waren von beiden Landkreisen je vier Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie die Schnelleinsatzgruppen von DRK und MHD, ferner die Multifunktionale Einheit des Hochtaunuskreises im Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk war in die Aktion eingebunden.
In kurzer Zeit waren die Einsatzkräfte vor Ort. Ausgangspunkt für die Rettungsarbeiten auf Grävenwiesbacher Seite war das Betriebsgrundstück der ehemaligen "Saarwerke" 150m vor dem Tunneleingang, wo die Malteser für die "Verletzten" mit Zelten einen Verbandsplatz einrichteten.
Unterdessen bargen 70 Atemschutzgeräteträger 23 Verletzte und schafften sie per Trage zum Verbandsplatz, Hin- und Rückweg waren ca. 1600 Meter.
Auf Hasselborner Seite, mussten zwar "nur sieben Verletzte" geborgen werden, die Wehrmänner hatten aber trotzdem nicht weniger Arbeitsaufwand.
Von dem Bahübergang zum Tunnelportal (rund 600 Meter) musste eine B-Schlauchleitung verlegt werden, um die im Tunnel befindliche so genannte "Trockenleitung" mit Wasser zu versorgen. Strapaziös: Für die Bergung der Verletzten mussten die Helfer für Hin- und Rückweg 2500 Meter bei meist schlechten Lichtverhältnissen über Schotter und Schwellen laufen. Die Gesamtleitung des Übungsteil in Grävenwiesbach hatte Kreisbrandinspektor (KBI) Carsten Lauer (Friedrichsdorf), die Leitung der Feuerwehren Gemeindebrandinspektor (GBI) Markus Ullrich aus Grävenwiesbach.
Es wurden 150 Feuerwehrleute sowie 84 Sanitäter und Notärzte mit 80 Fahrzeugen eingesetzt. Bürgermeister Herber aus Grävenwiesbach sowie der stellv. KBI des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Blicker, waren Beobachter.
Die "Einsatzleitung 2 LDK" aus Herborn stellte die Funkverbindung zu den Kameraden im Hochtaunuskreis her. Die Übungsleitung in Hasselborn hatten KBI Rupert Heege und der Waldsolmser Gemeindebrandinspektor Werner Erdmann. Die Hilfsorganisationen setzten hier ca. 180 Kräfte, darunter 30 Atemschutzgeräteträger sowie mit 60 Fahrzeugen ein.

Lange Strecken, hoher Aufwand

KBI Carsten Lauer erläuterte zum Abschluss der Großübung, die der Verkehrsverband Hochtaunus initiiert hatte: "Die Rettung von Personen aus einem Tunnel gestaltet sich in der Regel sehr schwierig, da Aufgrund der Enge und der nur eingeschränkten Zugänglichkeit über lange Wegstrecken durch die beiden Tunnelportale viel Zeitaufwand vonnöten und auch eine sehr hohe Anzahl von Atemschutzgeräteträgern erforderlich ist. Dies ist aber im Einsatzplan durch den Einsatz vieler Feuerwehren berücksichtigt"
Sein Kollege Heege ergänzte: "An Kleinigkeiten muss zwar noch gefeilt werden, der Alarmplan, der intensiv mit dem Betreiber der Taunusbahn abgestimmt wurde, funktioniert aber."